„Hund allein zu Haus“ – wie die Vierbeiner lernen besser alleine zu sein

Hunde reagieren auf verschiedenste Art und Weise, wenn sie von ihrem Herrchen oder ihrem Frauchen alleine zuhause gelassen werden. Es gibt die Hunde, die sich stundenlang ruhig in ihr Körbchen legen und gut mit der Situation umgehen können. Andere Hunde reagieren nicht so entspannt. Manche fangen an zu bellen, einige jaulen und dann gibt es noch die Kandidaten, die anfangen erreichbare Dinge in der Wohnung kaputt zu machen.

Doch was ist eigentlich die Ursache?

Kontrollverlust:

Sollte ihr Hund während ihrer Abwesenheit an Kontrollverlust leiden, hat er im Allgemeinen das Gefühl für seinen Menschen verantwortlich zu sein und sieht es als seine Aufgabe an, die Gruppe zu sichern und zu kontrollieren. Dementsprechend gerät er  in „Panik“, wenn eine Person das Haus verlässt. Beansprucht der Hund zum Beispiel einen Platz auf dem Sofa, vor der Haustür oder im Flur, sagt dies viel über seine hohe Position im Rudel aus.

Lösung

Leidet ihr Hund unter einem Kontrollverlust, ist die Mensch-Hund-Beziehung und die Neupositionierung grundlegend zu ändern.

Damit ein Hund seinem Menschen Glauben und Vertrauen schenken kann, muss der Mensch Führungsqualitäten entwickeln. Um die Stellung im Rudel zu verteilen, bestimmt der Mensch wann es Futter, Streicheleinheiten und Spielerei gibt und wo sich der Platz des Hundes befindet. Hunde in sogenannten Führungspositionen versuchen sich häufig ihrem Herrchen/Frauchen zu widersetzen indem sie sich in den Weg stellen oder sie verfolgen. Sinnvoll ist es dann, den Hund zu ignorieren oder, wenn notwendig, auf den Platz zu verweisen.

Trennungsangst:

Häufige Ursache für die Aufstände, ist die Trennungsangst der Vierbeiner. Dies kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel die zu frühe Trennung von der Mutter, das häufige Wechseln des Besitzers oder Veränderungen der Lebensumstände.

Lösung

Die Angst des Alleinseins muss bei jedem Hund in kleinen Schritten therapiert werden. Wer glaubt seinen Hund stundenlang alleine lassen zu können, sobald er 10 Minuten ruhig auf seinem Platz schläft, liegt falsch. Vierbeiner müssen lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn die Menschen für kurze Zeit fortgehen. Voraussetzung der Übung ist, dass der Hund einen Liegeplatz hat, an dem er sich sicher und geborgen fühlt. Danach wird die Zimmertür geschlossen und direkt wieder geöffnet. Die Zeitspanne zwischen Schließen und Öffnen wird hierbei immer weiter vergrößert. Eine weitere sinnvolle Übung ist Rituale wie Schuhe oder Jacke anziehen zu unterbrechen um den Hund nicht wie sonst in Panik verfallen zu lassen.

Langeweile:

Sollte der Besitzer/die Besitzerin beim nach Hause kommen kaputte Schuhe oder Sofakissen und im Allgemeinen ein totales Chaos wiederfinden, hat dies wahrscheinlich mit der Langeweile ihres Vierbeiners zu tun. Manche Hunde sind schlichtweg unterfordert und unausgelastet und suchen sich daher Beschäftigung, sobald Herrchen/Frauchen außer Haus sind und sie auf sich alleine gestellt sind.

Lösung

Die Lösung ist ebenso simpel wie schnell gegeben.

Bevor der Besitzer den Hund verlässt, sollte dieser einen ausgiebigen Spaziergang mit seinem Vierbeiner unternehmen und ihn körperlich sowie geistig auszulasten.

Als Unterstützer beim Spazieren gehen oder einfach zum draußen spielen gibt es eine Menge an Outdoor-Spielzeugen, wie zum Beispiel Wurf-und Wasserspielzeuge, die den Hund viel Kraft und Anstrengung kosten. Somit ist der Hund vollkommen ausgelastet, wenn er zurück in seinem Zuhause ist. Ein toller Zeitvertreib, während der Hund alleine zuhause ist sind Indoor-Spielzeuge, die gleichzeitig den Kopf anstrengen.  Intelligenz- und Strategiespielzeige sorgen hier für längere Beschäftigung. Eine weitere Möglichkeit sind Kauknochen- und Snacks, an welchen der Hund längere Zeit zu arbeiten hat.

Ganz gleich welches Problem ihr Vierbeiner von den oben aufgelisteten Problemen aufweist, mit ein wenig Geduld und Übung werden sich die ersten Verbesserungen zeigen und irgendwann wird ihr Freund ruhig schlafend auf dem ihm zugeordneten Platz liegen.

 

Titelbild via Jaromir Chalabala/Shutterstock